MEIN SCHMUCK

MARCO FRITSCHE
MEIN SCHMUCK
Der Moderator von «Bauer, ledig, sucht ...» stellt uns seinen Schmuck vor, vom «Chüeli»-Ohrstecker bis zum Ehering. Immer wieder andere Schmuckstücke haben Marco Fritsche durch die Jahre begleitet. Mit den Geschichten dazu macht er sich auf eine kleine Zeitreise.

Fotografie: boekhaus.com
Styling: Julia Grunz


«Meine Mutter ist ein Schmuckfan», erzählt Marco Fritsche. «Als ich ein Kind war, haben wir oft einen Schaufensterbummel in Appenzell gemacht und uns den Schmuck angeschaut. Vieles konnten wir uns nicht leisten. Mein Vater hat meine Mutter ab und zu mit einem Schmuckstück überrascht und ich habe zu ihr gesagt: Wenn ich einmal reich bin, kaufe ich dir allen Schmuck, den du haben willst», erzählt Marco Fritsche und fügt lächelnd an: «Nun, als reich würde ich mich heute zwar nicht bezeichnen, aber ich schenke ihr immer Schmuck zu Weihnachten. Einmal waren es Perlenohrringe zur Perlenkette, die sie bereits hatte, ein anderes Mal ein Solitär.» Das Interesse für Schmuck hat der Moderator zum einen von seiner Mutter geerbt.

Appenzeller Trachtenschmuck

Zum anderen hat Marco Fritsche, wie viele Appenzeller, einen besonderen Bezug zu Schmuck. «Wenn sich ein Bub im Appenzell Ohrlöchli wünscht, gibt es keine Diskussion: es werden sofort Löchli geschossen». Selbstverständlich hat der 42jährige Ohrstecker mit «Chüeli»-Motiv. «Die Appenzeller Männertracht ist schmuckreich. Wenn man nur schon an die silbernen Kettchen denkt!» Der Moderator ist mit Trachtenschmuck aufgewachsen: «Meine Mutter hat Trachtenschmuck geerbt und sich eines Tages auch eine Werktagstracht gekauft.» Dass er immer gerne Schmuck getragen hat, glaubt er, hat auch mit seiner Verbundenheit mit dem Appenzell zu tun.

Eine Mondsichel und drei Sterne

Wie wichtig dem Moderator die Familie ist, zeigt sein Siegelring in Roségold. Darauf prangt das Familienwappen: Eine Mondsichel und drei Sterne. «Ein Klassenkamerad hiess auch Fritsche. Sein Familienwappen zeigte dieselben Symbole und dazu noch drei Hügeli, die auf Landbesitz verwiesen und ein Schwert, das darstellen sollte, dass seine Vorfahren eine gute Stellung in der Regierung hatten. Daraus schliesse ich, dass meine Vorfahren eher zum armen Fritsche-Zweig gehörten», sagt Marco Fritsche. Diesem Familien-Zweig sind Schmucktraditionen wichtig: Zur Kommunion werden Kettchen mit Kreuz geschenkt. Marco Fritsche überreicht im Familienkreise zu Kommunion und Taufe speziell gerne Schmuck mit Schutzengel-Anhänger.

Klarinette versus Saxophon

Musik und Motivschmuck wurden zur gleichen Zeit ein Thema in Marcos Fritsches Leben. «Ich wollte unbedingt Saxophon lernen. Als Kind aus einer Arbeiterfamilie waren wir darauf angewiesen, dass ich die Musikschule gratis besuchen konnte. Und dort hat man dann das Instrument gelernt, das im Orchester gebraucht wurde. So wurde ich Klarinettist.» Aus dieser Zeit stammt ein kleiner, goldfarbener Notenschlüssel-Anhänger. Marco Fritsche sinniert: «Vielleicht ist es an der Zeit, dass ich nun endlich Saxophon lerne und mir einen Saxophon-Anhänger kaufe?»

«Was soll ich nur bestellen?»

Weiss noch jemand, was ein Uhrclip ist? Es ist eine Klammer mit aufgesetzter Uhr. Typisch 90er! Noch etwas ist für Marco Fritsche typisch 90er: «In der Bravo gab es damals einerseits den Posterprospekt als Beilage. Bestelle zwei Poster für den Preis von einem! Und es lag auch ein Heftchen mit Silberschmuck von Rhomberg bei.» Dort hat er damals seinen ersten Schmuck bestellt. «Es war immer eine Rechnerei: Was soll ich nur bestellen? Wenn ich dieses hier wähle, kann ich das andere dafür nicht kaufen ...» Ein Freundschaftsring und Ohrringe in Silber haben mitunter das Rennen gemacht. «Den Ohrstecker mit Ying- und Yang-Symbol habe ich an einem Schmuckstand an der Olma gekauft. Für einen Jungen aus dem Appenzell war ich schmuckmässig vermutlich immer etwas überbehängt.»

«Mit der Zeit werde ich nun immer dezenter»

Das wunderlichste Schmuckstück, das Marco Fritsche besitzt, ist ein Pin in der Form seiner Gesichtszüge, der in einer seiner Sendungen an die Kandidaten verschenkt wurde. Oder das farbige Bein, das zu einem Bajazzo-Anhänger gehörte, «purer Kitschschmuck», wie ihn der Moderator nennt. Aber weil er ihn von seinem Götti erhalten hat, der ihn immer mit dem Spruch «du bisch scho chli en Clown» aufgezogen hat, kann er das Bein nicht wegschmeissen. Die «Sackuhr», wie man die Taschenuhr auch nennt, die er einst hatte und auf die er von allen angesprochen wurde, hat er seinem Neffen vererbt. «Ich mochte Schmuck schon immer», resümiert Marco Fritsche «und habe früher auch sehr viel Schmuck getragen. Mit der Zeit werde ich nun immer dezenter.»

Marco Fritsches Schmuckquartett

Und dieses Quartett trägt der Moderator am liebsten: Ein Ohr-Plug mit Kuhmotiv, den Siegelring, eine Herrenuhr und einen schmalen Ehering mit gehämmerter Oberfläche. Neben dem üppigen Siegelring wirkt der Ehering klein. Marco Fritsche schmunzelt: «Mein Mann trägt sonst keinen Schmuck. Darum haben wir uns für einen schmalen Ring entschieden, es war ein Kompromiss». Ring wie auch Siegelring wurden vom Goldschmied seines Vertrauens gefertigt. Schliesslich betont Marco Fritsche noch den Stellenwert seiner Uhr: «Ohne Uhr geht es bei mir nicht. Wenn man mich ohne Uhr sieht, dann stimmt etwas nicht. Oder ich bin der seltenen Lage, dass ich frei habe, obenabe fahre und denke: heute ist mir den ganzen Tag egal, wie spät es ist.»

Marco Fritsche, 42, wohnt in seiner Heimat Appenzell und in Zürich. Vor 20 Jahren begann seine Moderationskarriere bei Swizz Music Television. Später führte er fünf Jahre lang bei Ostschweizer Fernsehen «TVO» durch seine eigenen Sendung «Fritsche» und begrüsste Gäste zum Gespräch. Nun prägt er als kerniger Host das Format «Bauer, ledig sucht ...» Nebenher arbeitet er als Eventmoderator und Botschafter - zum Beispiel für die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Trogen. Marco Fritsche ist ausserordentlich traditions- und naturverbunden. Wenn er nicht für seine Sendung auf einem Bauernhof in der Deutschschweiz zugegen ist, wandert er das Appenzell ab (sein Tipp: Der Whiskytrek im Alpstein) und bewohnt mit Herzblut sein 325jähriges Appenzeller Holzhaus.  

Instagram: marco_fritsche

Zur Website www.marcofritsche.ch


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